Dienstag - 1. März 2022
Bilanz-Pressekonferenz

Aus den Ausführungen des Vorstands der Bayer AG

Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG:

Guten Tag meine Damen und Herren, ich begrüße Sie im Namen unseres gesamten Vorstands herzlich zu unserer digitalen Bilanzpressekonferenz. Ich freue mich, dass Sarena Lin und Rodrigo Santos heute erstmalig mit dabei sind.

Wir werden Ihnen gleich vorstellen, was wir 2021 erreicht haben und wie wir auf das laufende Jahr in unseren Geschäften blicken.

Doch natürlich stehen auch wir unter dem Eindruck der vergangenen Tage und blicken erschüttert und mit großer Sorge auf die Lage der Menschen in der Ukraine. Ein Angriffskrieg auf ein souveränes Land mitten in Europa – kaum jemand von uns hätte dies bis vergangene Woche für möglich gehalten. Das ist ein schwerer Schlag für die universellen Werte der Freiheit und der Demokratie. In dieser Situation gilt das Primat der Politik: Dies ist die Zeit für geschlossenes und entschlossenes politisches Handeln.

Wir unsererseits tun alles, was in unserer Macht steht, um unsere Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine sowie ihre Familien zu unterstützen. Ebenso arbeiten wir daran, die Versorgung der Bevölkerung mit unseren Produkten aufrechtzuerhalten, darunter lebenswichtige Medikamente und landwirtschaftliche Produkte zur Sicherung der Nahrungsversorgung. Das betrifft die Ukraine – unsere Sorge und unser Engagement für die Nahrungssicherheit gehen aber weit darüber hinaus. Schließlich ist die Ukraine einer der größten Getreideexporteure weltweit.

Außerdem haben wir begonnen, mit humanitärer Hilfe zu unterstützen, etwa mit finanziellen Spenden, wichtigen Medizinprodukten oder der Bereitstellung von Unterkünften für Flüchtlinge. Wie schon während der COVID-19-Pandemie erleben wir eine große Hilfsbereitschaft in unserer Belegschaft und unterstützen das als Unternehmen ausdrücklich.

Es ist klar, dass der Krieg in der Ukraine derzeit alles überlagert. Dennoch möchte ich nun auf den eigentlichen Anlass unserer Veranstaltung eingehen. Zusammen als Vorstandsteam wollen wir Ihnen vorstellen, was wir bei Bayer 2021 erreicht haben – und was wir uns für 2022 vornehmen.

Wenn wir auf das vergangene Geschäftsjahr zurückblicken, dann war es weit mehr als das Übergangsjahr, das wir zu Beginn angekündigt hatten. Das Geschäftsjahr 2021 war operativ und auch strategisch ein richtig gutes Jahr für Bayer. Wir sind deutlich gewachsen. Wir haben unsere Innovationspipeline gestärkt. Und wir machen Fortschritte bei unseren Nachhaltigkeitszielen. All das zeigt: Bayer ist auf dem richtigen Weg!

Aufgrund der sehr guten Geschäftsentwicklung hatten wir unsere ursprüngliche Prognose für das Gesamtjahr im November noch einmal angepasst. Diese angepasste Konzernprognose haben wir nun nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen. Was besonders erfreulich ist: Alle drei Divisionen sind 2021 dynamisch gewachsen – und darüber hinaus stärker als der jeweilige Markt.

Der Gesamtumsatz des Bayer-Konzerns wuchs 2021 deutlich – auf mehr als 44 Milliarden Euro. Unsere zentrale Größe für das Ergebnis, das bereinigte EBITDA, lag bei mehr als 11 Milliarden Euro. Wir haben trotz erheblicher Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in die Markteinführung neuer Produkte negative Währungseffekte und erhebliche Kostensteigerungen nahezu vollständig ausgleichen können. Das Ergebnis je Aktie stieg sehr erfreulich auf 6,51 Euro. Wolfgang Nickl wird auf die Details gleich ausführlich eingehen.

Doch nicht nur die Geschäftsentwicklung bei Bayer verdient im vergangenen Jahr einen grünen Haken. Wir haben auch deutliche Fortschritte bei Innovationen erzielt – und neue Produkte auf den Markt gebracht: zum Beispiel das Nieren-Medikament Kerendia™, das Soja-Saatgut Intacta 2 Xtend™ oder das Hautpflegeprodukt Bepanthen™ Derma. Wir haben 2021 einen Rekordwert von 5,4 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert und zudem unsere Innovationskraft mit zahlreichen Akquisitionen, Beteiligungen und Partnerschaften weiter verstärkt. Unsere Einheit „Leaps by Bayer“ ist inzwischen an mehr als 50 innovativen Biotech-Startups beteiligt.

Als Life-Science-Unternehmen geht es für uns darum, die riesigen Chancen zu nutzen, die sich dank modernster Technologien im digitalen Zeitalter eröffnen – Experten sprechen hier von der Bio-Revolution. Mit den Möglichkeiten der Gen-Editierung arbeiten wir im Gesundheits- und im Agrarbereich: In der Medizin forschen wir damit an der gezielten Veränderung einzelner Gene, die für Krankheiten wie Parkinson verantwortlich sind. In der Landwirtschaft können wir Pflanzen in die Lage versetzen, extremen Wetterbedingungen besser standzuhalten. Der Bereich der Klimaanpassung wird in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Auch bei unserer Transformation hin zu einem klimaneutralen Unternehmen kommen wir gut voran. Nachhaltigkeit ist für uns ein Kernbestandteil unserer strategischen Ausrichtung. Diese Entwicklung haben wir 2021 weiter entschlossen vorangetrieben und wichtige Fortschritte erzielt:
- Wir konnten 2021 unsere Treibhausgasemissionen trotz erhöhter Produktion um 11,5 Prozent senken und sind im Plan, um bis 2030 klimaneutral zu werden.
- Wir haben Verträge über rund 600.000 Megawattstunden Strom aus Erneuerbaren Energien abgeschlossen und damit deren Anteil im Strommix auf etwa ein Viertel erhöht.
- Wir haben einen internen CO2-Preis von 100 Euro pro Tonne festgesetzt, der in Inve- stitionsentscheidungen einfließt und die Dekarbonisierung beschleunigt.

Im vergangenen Jahr haben wir also wirtschaftlich zugelegt – und gleichzeitig die Emissionen reduziert. Das bedeutet: Wir haben Wachstum und CO2-Ausstoß entkoppelt. Auch hier sind wir auf dem richtigen Weg!

Ermutigende Entwicklungen sehen wir auch bei den Rechtsstreitigkeiten um Glyphosat in den USA. Der Oberste Gerichtshof hat Interesse am Fall Hardeman gezeigt, indem er über den Generalstaatsanwalt der amerikanischen Regierung eine Stellungnahme der Regierung erbeten hat. Zudem haben wir zuletzt zwei Jury-Prozesse um Schadenersatz in Kalifornien gewonnen. Wir setzen unseren Fünf-Punkte-Plan weiter um und sind für jeden Ausgang unseres Berufungsverfahrens gut vorbereitet.

Und nun wollen wir einen genaueren Blick auf das Geschäftsjahr 2021 werfen, und dafür übergebe ich an Wolfgang Nickl.


Wolfgang Nickl, Finanzvorstand der Bayer AG:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ein herzliches Willkommen auch von meiner Seite. Ich freue mich, Sie nun etwas ausführlicher durch unsere Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 zu führen. Werner Baumann hat es ja schon erwähnt: Es war ein richtig gutes Jahr für Bayer.

Beginnen möchte ich mit dem Umsatz. Bitte beachten Sie, dass wir hier die prozentualen Veränderungen wie üblich bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte angeben. Der Umsatz des Bayer-Konzerns stieg im vergangenen Jahr auf 44,1 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von fast neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dazu haben alle unsere Geschäfte und auch alle Regionen beigetragen.

Unser Umsatz liegt damit rund eine Milliarde Euro über unserer aktualisierten Prognose – und das, obwohl wir wie erwartet mit erheblichen negativen Währungseffekten von insgesamt 1,1 Milliarden Euro umgehen mussten.

Das bereinigte EBITDA vor Sondereinflüssen lag 2021 bei 11,2 Milliarden Euro, und damit leicht unter dem Vorjahr. Wir haben trotz erheblicher Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in die Markteinführung neuer Produkte negative Währungseffekte und erhebliche – teils inflationsgetriebene – Kostensteigerungen nahezu vollständig ausgleichen können. Meine Kollegen werden gleich noch auf weitere Details eingehen.

Beim bereinigten Konzernergebnis je Aktie erreichten wir 6 Euro und 51 Cents. Das ist ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem der höhere Ergebnisbeitrag unseres Agrargeschäfts sowie eine positive Entwicklung des Finanzergebnisses nach Sondereinflüssen.

Eine weitere wichtige Kennzahl für uns ist der freie Cashflow, also die Summe der gesamten operativen Zahlungszuflüsse abzüglich Investitionen in materielle und immaterielle Vermögenswerte. Dieser Wert stieg 2021 auf 1,4 Milliarden Euro und entwickelte sich damit deutlich besser als erwartet. Trotz der höheren Zahlungen für Rechtsstreitigkeiten liegen wir damit um fünf Prozent über dem Wert des Vorjahres. Auch das unterstreicht unsere operative Stärke.

Insgesamt haben wir unsere Konzernziele für das vergangene Jahr mehr als erreicht. Werner Baumann hat es bereits erwähnt: Wir hatten im Verlauf des Geschäftsjahres 2021 unsere Prognose für das Gesamtjahr zweimal nach oben angepasst. Diesen zuletzt im November angehobenen Ausblick für 2021 haben wir übertroffen. Das gilt insbesondere für den Umsatz, aber auch für das bereinigte EBITDA, das bereinigte Ergebnis pro Aktie, den freien Cashflow und die Nettofinanzverschuldung.

Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat schlagen wir der Hauptversammlung eine Dividende von 2,00 Euro vor. Damit bleiben wir bei unserer Dividendenpolitik, 30 bis 40 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie auszuschütten. Wir bewegen uns jedoch wie im vergangenen Jahr eher am unteren Ende des Korridors. Der Grund dafür ist, dass wir weiterhin so konsequent in Innovation und Wachstum investieren wollen sowie gleichzeitig den Schuldenabbau weiter vorantreiben wollen.

Wir haben im Geschäftsjahr 2021 viel erreicht, aber natürlich können wir mit dem Kursverlauf unserer Aktie nicht zufrieden sein. Der aktuelle Kurs spiegelt trotz der positiven Entwicklung seit Beginn des Jahres den wahren Wert des Unternehmens aus unserer Sicht nicht annähernd wider. Wir arbeiten hart daran, mit guten Ergebnissen und dem zuverlässigen Erreichen unserer Ziele die weitere Erholung der Aktie zu unterstützen.

Damit kommen wir zur Geschäftsentwicklung unserer Divisionen – und wir beginnen mit unserem Agrargeschäft.

Der Umsatz von Crop Science wuchs um mehr als 11 Prozent auf 20,2 Milliarden Euro. In Lateinamerika und Asien/Pazifik konnten wir ein prozentual zweistelliges Wachstum erzielen. Auch in Nordamerika und der Region EMEA, also Europa, Naher Osten und Afrika, entwickelte sich das Geschäft sehr positiv.

Beim Maissaatgut konnten wir unsere Marktanteile in Lateinamerika und Nordamerika deutlich ausbauen. Zudem profitierten wir von Preissteigerungen in allen Regionen. Beim Sojasaatgut stieg unser Umsatz in Lateinamerika und Nordamerika durch Mengen- und Preisausweitungen prozentual zweistellig. Ebenfalls zweistellig und unterstützt durch erhebliche Preissteigerungen wuchs unser Umsatz bei den Herbiziden.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science stieg im Geschäftsjahr 2021 um 3,6 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Hier konnten wir inflationsbedingte Kostensteigerungen ebenso kompensieren wie einen negativen Währungseffekt von 387 Millionen Euro.

Im Pharmageschäft haben wir 2021 gesehen, dass sich einige Bereiche deutlich von den Einschränkungen durch COVID-19 erholt haben. Das betraf vor allem die Augenheilkunde, Radiologie und Frauengesundheit. Insgesamt stieg der Umsatz von Pharma um deutliche 7,4 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro.

Im Bereich der Augenheilkunde haben wir mit unserem Blockbuster-Medikament Eylea™ Marktanteile hinzugewonnen. Insgesamt stieg der Umsatz von Eylea™ mit einem Plus von 19 Prozent sehr deutlich.

Auch unser umsatzstärkstes Medikament Xarelto™ legte mit 6 Prozent deutlich zu. Einer Absatzsteigerung in China und Russland standen Preisrückgänge gegenüber, vor allem aufgrund der neuen Tenderverfahren in China. Darüber hinaus konnten wir einige neue Produkte sehr erfolgreich auf den Markt bringen.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Pharma lag 2021 bei 5,8 Milliarden Euro und damit unter dem Vorjahr. Grund dafür sind vor allem die Markteinführungen neuer Produkte sowie signifikante Investitionen in unsere Pharmaforschung.

Bei Consumer Health haben wir 2021 erneut eine exzellente Geschäftsentwicklung gesehen. Der Umsatz stieg um 6,5 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Das Momentum von Consumer Health hält damit weiterhin an, mit breitem Wachstum über alle Regionen hinweg.

Der Fokus auf die eigene Gesundheit in der Pandemie hat 2021 erneut zu einem deutlichen Wachstum von 12 Prozent in der Kategorie Nahrungsergänzung geführt. In den Kategorien Dermatologie sowie Schmerz und Kardio haben wir mit einem Anstieg von 5 Prozent beziehungsweise 8 Prozent von der Einführung innovativer Produkte profitiert.

In der Kategorie Allergie und Erkältung haben wir im ersten Halbjahr 2021 vor allem durch die COVID-19-Einschränkungen eine moderate Grippesaison gesehen. Im zweiten Teil des Jahres ist diese Kategorie aber wieder stark gewachsen.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen bei Consumer Heath lag 2021 bei 1,2 Milliarden Euro. Das ist ein deutlicher Anstieg um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hier konnten wir durch ein kontinuierliches Preis- und Kostenmanagement die inflationsbedingten Kostensteigerungen und negative Währungseffekte kompensieren.

So weit zu meinem Teil über die Geschäftszahlen für 2021. Und jetzt wollen wir mehr von denen hören, die unsere Geschäfte operativ führen. Und dafür übergebe ich zunächst an Rodrigo Santos.


Rodrigo Santos, Mitglied des Vorstands der Bayer AG und Leiter der Division Crop Science:

Hallo zusammen!
Vielen Dank für die Gelegenheit, über die wichtigen Entwicklungen zu berichten, die 2021 wir vorangetrieben haben, um zu einer nachhaltigen und digitalen Landwirtschaft zum Nutzen von Landwirten, Verbrauchern und des Planeten beizutragen.

Wenn ich unterwegs bin und mit Landwirten spreche, bin ich immer wieder beeindruckt, wenn ich von den großen Herausforderungen höre, die sie bewältigen müssen: erschwingliche, sichere und gesunde Lebensmittel für eine wachsende Bevölkerung zu produzieren und gleichzeitig mit immer extremeren Klimabedingungen und weniger Ressourcen umzugehen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Landwirtschaft ein Teil der Lösung für den Klimawandel ist und dazu beitragen kann, eine kohlenstoffneutrale Zukunft zu schaffen. Um dies zu erreichen, müssen wir weiterhin innovativ sein und Technologien entwickeln, die kleinen, mittleren und großen landwirtschaftlichen Betrieben auf der ganzen Welt helfen.

Aus diesen Gründen war 2021 ein herausragendes Jahr für die Division Crop Science von Bayer. Wir konnten erhebliche Fortschritte in unserer Innovationspipeline erzielen. Wir haben mehr als 500 neue Saatgut-Sorten und mehr als 300 Neuzulassungen von Pflanzenschutzmitteln erreicht und Innovationen in den Bereichen Biologika, Biotechnologie und digitale Landwirtschaft weiter vorangetrieben.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Einführung der RNAi-basierten Maiswurzelbohrer- Technologie in Brasilien und den USA mit VTPRO4™ und SmartStax™ PRO. Das ist eine echte Branchenpremiere. Bei Sojabohnen haben wir mit Intacta 2 Xtend™ auf mehr als 300.000 Hektar die dritte Generation dieser Biotechnologie in Brasilien eingeführt. In den USA haben wir XtendFlex™ auf rund 6,5 Millionen Hektar erfolgreich eingeführt und damit unsere Position als die Nummer 1 bei der Unkrautbekämpfung in Sojabohnen in Nordamerika verteidigt.

Im Bereich der digitalen Landwirtschaft konnten wir 2021 eine starke Ausweitung unserer Plattformen für Landwirte verzeichnen. So erreichte Climate FieldView™ Nutzer auf mehr als 70 Millionen Hektar in 23 Ländern, und wir haben jetzt 70 Partner auf der Plattform. Außerdem haben wir unseren digitalen Agrarmarktplatz Orbia in Lateinamerika ausgebaut und sind eine neue Zusammenarbeit mit Microsoft eingegangen, um unsere digitale Infrastruktur für B2B-Lösungen zu modernisieren und zu verbessern. So eröffnen sich zahlreiche neue Möglichkeiten, Landwirten wertschöpfende Instrumente an die Hand zu geben, mit denen sie Daten von ihren Feldern nutzen können.

Dank der digitalen Plattform konnten wir auch große Fortschritte beim Carbon-Farming- Programm erzielen, mit dem Landwirte durch die Anwendung nachhaltiger Praktiken Kohlenstoff im Boden binden und so zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen können. Mehr als 2600 Landwirte in 10 Ländern auf der ganzen Welt nehmen jetzt am Carbon-Farming-Programm teil, was ein großer Erfolg ist.

Wir haben auch eine neue Zusammenarbeit ins Leben gerufen, die noch weiter geht. Bayer, Amazon Web Services und Bushel haben gemeinsam das Projekt Carbonview in den Vereinigten Staaten von Amerika gestartet. Es soll die erste digitale Lösung werden, die es Landwirten ermöglicht, die CO2-Bilanz ihrer gesamten Wertschöpfungskette beim Anbau von Mais zu messen. Das erste Pilotprojekt dazu wurde vor kurzem gestartet, und wir sind gespannt, was als Nächstes kommt.

Neben dem digitalen Bereich helfen uns auch Kooperationen dabei, Innovationen für die Zukunft voranzutreiben. So investieren wir beispielsweise in Partnerschaften über unsere LEAPS-Plattform und mit anderen Unternehmen in Bereichen wie der biologischen Behandlung von Saatgut, die dazu beitragen kann, Stickstoff zu binden und den Bedarf an Düngemitteln zu verringern.

Alle diese Innovationen haben das klare Ziel, den Landwirten zu helfen, erfolgreich zu sein, und dadurch wird auch Bayer erfolgreich sein. Sie können dies deutlich an den von Wolfgang vorgetragenen Ergebnissen für 2021 sehen, wo wir ein Umsatzwachstum von 11,1 Prozent und ein EBITDA-Wachstum von 4 Prozent erzielt haben, sowie an unserer Prognose für 2022.

Für dieses Jahr rechnen wir mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzwachstum von 7 Prozent und einer EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen von 25 bis 26 Prozent. Das wird uns helfen, die kontinuierlichen Investitionen in Innovationen für eine nachhaltige und digitale Landwirtschaft fortzusetzen, die sowohl den Landwirten als auch der Gesellschaft als Ganzes zugutekommen werden.

Und damit möchte ich das Wort an Stefan Oelrich und unser Pharmageschäft übergeben. Stefan, over to you!


Stefan Oelrich, Mitglied des Vorstands der Bayer AG und Leiter der Division Pharmaceuticals:

Vielen Dank, Rodrigo! Ich freue mich, Ihnen ein kurzes Update zum Pharmabereich zu geben.

Über unsere Ergebnisse wurde schon gesprochen. Natürlich freuen wir uns über das starke Wachstum. Unser Geschäft hat sich weiter von den Auswirkungen der anhaltenden COVID-19-Pandemie erholt. Dass die Zahl der Behandlungen – insbesondere in den Bereichen Augengesundheit, Frauengesundheit und Radiologie – wieder stark zugelegt hat, ist eine sehr gute Nachricht – vor allem auch für die Patientinnen und Patienten.

2021 war ein wichtiges Jahr für die Weichenstellung unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie für die Markteinführung unserer neuen Produkte mit Blockbuster-Potenzial. Wir treiben seit drei Jahren eine grundlegende Transformation unseres Innovationsmodels konsequent und sehr erfolgreich voran. Wir haben in dieser Zeit mehr als zwei Dutzend Allianzen und Akquisitionen abgeschlossen. Zudem haben wir erfolgreich eine industrieführende Zell- und Gentherapie-Plattform geschaffen und uns durch den Zukauf von Vividion Zugang zu neuen Modalitäten im Bereich der chemischen Wirkstoffe verschafft.

Lassen Sie mich zunächst zu den neuen Produkten kommen, die wir 2021 erfolgreich auf den Markt gebracht haben. Auf Basis sehr guter Studienergebnisse sehen wir hier inzwischen ein Spitzenumsatzpotenzial von mehr als 5 Milliarden Euro.

Wir haben zum Beispiel im Herbst 2021 unser neues Medikament Kerendia™ in den USA eingeführt und sind damit wieder vollumfänglich mit einem Produkt im Herz-Kreislauf-Bereich im US-amerikanischen Markt vertreten. Es ist das erste Präparat seiner Art für erwachsene Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes. Weltweit leben 160 Millionen Menschen mit dieser Krankheit. Auf Basis der neuen Studiendaten haben wir in der vergangenen Woche auch die Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA erhalten.

Ein anderes Beispiel aus dem Herz-Kreislauf-Bereich ist das neue Medikament Verquvo™ gegen chronische Herzinsuffizienz. Dafür haben wir im vergangenen Jahr die Zulassung in mehreren wichtigen Märkten inklusive der Europäischen Union erhalten.

Mit einem Umsatz von 219 Millionen Euro hat sich unser neues Krebsmedikament Nubeqa™ 2021 hervorragend entwickelt. Wesentlich dazu beigetragen haben gestiegene Absatzmengen im US-Markt. Aufgrund des positiven Ergebnisses der Phase-III- ARASENS-Studie haben wir das Spitzenumsatzpotenzial von Nubeqa™ nun auf mehr als 3 Milliarden Euro angehoben.

Auch bei der Weiterentwicklung unserer Pipeline sehen wir große Fortschritte, zum Beispiel bei unserem Entwicklungskandidaten Elinzanetant für die Behandlung von Frauen in der Menopause. Darüber hinaus forschen wir an einem Wirkstoff, der den Gerinnungsfaktor XI hemmen und in den kommenden Jahren als Nachfolger für unser aktuelles Top-Produkt Xarelto™ auf den Markt kommen könnte. Eine Phase-III-Studie dazu soll noch 2022 starten.

Im Zusammenhang mit Xarelto™ haben wir 2021 zudem gute Nachrichten erhalten. Im Oktober hat das Europäische Patentamt eine erstinstanzliche Entscheidung aufgehoben und unser Patent für die weit verbreitete, einmal tägliche Verabreichung von Xarelto™ bis Januar 2026 aufrechterhalten. Auf der Ebene einzelner Länder kann das Patent weiterhin angefochten werden. Aber insgesamt für Europa sichern wir uns damit die Exklusivität von Xarelto™ fast zwei Jahre länger als bisher angenommen.

Wir haben uns viel vorgenommen und viel erreicht. Und bereits seit Jahresanfang haben wir weitere wichtige und gute Neuigkeiten verkündet.

Ergänzend zu unseren heutigen Aktivitäten haben wir mit der Zell- und Gentherapie einen neuen Forschungsschwerpunkt etabliert, der in der weltweiten Pharmabranche inzwischen führend ist. Dabei geht es zum einen um die gezielte Veränderung von einzelnen Genen, die für Krankheiten verantwortlich sind, sowie um den Einsatz von pluripotenten Stammzellen, die regenerative Medizin auf ein bislang unerreichtes Niveau hebt.

Wir forschen so an völlig neuartigen Therapien gegen mehrere Krankheiten. Im Bereich Parkinson laufen derzeit gleich zwei unterschiedliche klinische Phase-I-Studien an Parkinson-Patienten in den USA und Kanada. Für eine der beiden Studien erwarten wir gegen Ende dieses Jahres erste Ergebnisse.

Wir haben unsere Plattform für Zell- und Gentherapie in den vergangenen Jahren durch wegweisende Akquisitionen sukzessive aufgebaut. Durch unsere neueste strategische Partnerschaft mit der Firma Mammoth Biosciences haben wir uns Zugang zu neuartigen Technologien der Gen-Editierung gesichert. Mammoth wurde unter anderem von der Chemie-Nobelpreisträgerin Jennifer Doudna gegründet. Es ist eine weitere Partnerschaft, die uns Zugang zu den neuesten Technologien, aber auch zu den Top-Wissenschaftlern und Visionären im biotechnologischen Bereich verschafft. Gleichzeitig erhöht es unsere eigene Attraktivität als Partner in einem überaus spannenden Forschungsumfeld.

Ebenso wegweisend für die Zukunft unseres Pharmageschäfts ist die Übernahme von Vividion. Die Technologie von Vividion eröffnet uns in der chemischen Pharmaforschung eine völlig neue Perspektive. Damit können nun vollkommen neue Zielproteine angesprochen werden, die bislang außerhalb unserer Reichweite lagen. Dies ist besonders relevant für spätere Anwendungen in den Bereichen Onkologie und Immunologie.

Die heute veröffentlichten Zahlen für 2021 belegen, dass wir substanziell in unser Pharmageschäft – und damit in die Zukunft – investieren. Gleichzeitig gelingt es uns trotz der gestiegenen Aufwendungen für Forschung, Entwicklung und Einführung von neuen Präparaten, eine sehr attraktive Marge zu erzielen. Für 2022 prognostizieren wir ein Umsatzwachstum in Höhe von 3 bis 4 Prozent sowie eine Marge von rund 32 Prozent.

Wir investieren ganz bewusst in neue Technologien und neue Lösungen, die den Patientinnen und Patienten nicht nur heute, sondern auch in Zukunft helfen können. Wir setzen damit den Weg, den wir eingeschlagen haben, konsequent fort und treiben die Transformation unseres Pharmageschäfts weiter entschlossen voran.

Damit übergebe ich das Wort an Heiko Schipper.


Heiko Schipper, Mitglied des Vorstands der Bayer AG und Leiter der Division Consumer Health:

Vielen Dank, Stefan. Und hallo an alle. Ich freue mich, Ihnen zu erläutern, wie sich Consumer Health im Jahr 2021 entwickelt hat und was wir für 2022 erwarten.

Wir sind sehr zufrieden mit unserer Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr. Wir verzeichneten ein signifikantes und breit angelegtes Umsatzwachstum in fast allen unseren Kategorien und allen Regionen, womit wir zu den führenden Unternehmen unserer Branche gehören. Darüber hinaus hat sich unsere Marge das dritte Jahr in Folge verbessert.

Diese starke Leistung ist zum Teil auf die neuen Produkte zurückzuführen, die wir auf den Markt gebracht haben, einschließlich der Innovationen hinter einigen unserer größten Marken. Nehmen Sie zum Beispiel Bepanthen™. Mit Bepanthen Derma™ haben wir in Lateinamerika, Europa und Asien ein neues Hautpflegeprodukt für sehr trockene Haut eingeführt. In den Vereinigten Staaten haben wir unsere Marke Aleve™ mit der Einführung von AleveX™ in das schnell wachsende Segment der Schmerzlinderung gebracht.

Für das Jahr 2022 haben wir weitere große Innovationspläne. Der größte davon ist die Einführung der Allergiemarke Astepro™ in den Vereinigten Staaten. Astepro™ wird das erste steroidfreie Antihistamin-Spray gegen Allergiesymptome sein, das in den USA rezeptfrei erhältlich ist. Diese wichtige Umstellung des zuvor rezeptpflichtigen Produkts ergänzt unser branchenführendes Allergieportfolio und bietet einen echten Durchbruch für die 50 Millionen Amerikaner, die unter Allergien leiden.

Wenn was etwas allgemeiner auf unsere Branche blickt, so erkennen immer mehr Menschen die Bedeutung der persönlichen Gesundheit. Studien zeigen, dass sich rund 70 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher als Folge der Pandemie stärker auf ihre tägliche Gesundheit und ihr Wohlbefinden konzentrieren. Dieser Trend spiegelt sich in der Entwicklung unseres Geschäftsbereichs Nahrungsergänzung wider, zu dem führende Marken wie One-A-Day™ und Redoxon™ gehören. Die Kategorie wuchs 2021 um bemerkenswerte 12 Prozent, zusätzlich zu einem starken Wachstum von 23 Prozent im Jahr 2020.

Ein weiterer Trend ist das Aufkommen der digitalen Technologien. Die Menschen haben heute mehr Zugang zu digitalen Gesundheitsinformationen als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. Allein in Deutschland nutzen mindestens zwei Drittel der Menschen ihr Handy als erste Informationsquelle für die eigene Gesundheit.

Das ist einer der Gründe, warum wir im vergangenen Jahr eine Partnerschaft mit Ada Health eingegangen sind. Ada ist ein in Berlin ansässiges Unternehmen, das mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und ärztlichem Wissen eine Plattform zur medizinischen Bewertung entwickelt hat. Seit 2016 haben mehr als 11 Millionen Menschen auf der ganzen Welt die Plattform genutzt, was Ada Health zur weltweit beliebtesten App für die Analyse von Symptomen macht. Die Plattform, die auf mehreren unserer Marken-Websites verfügbar ist, hilft den Nutzern dabei, geeignete individualisierte medizinische Informationen und Behandlungen zu finden, die durch wissenschaftliche und medizinische Expertise gestützt werden.

Wir sehen auch, dass die Digitalisierung in anderen Bereichen unserer Branche eine entscheidende Rolle spielt. E-Commerce ist ein gutes Beispiel dafür. Ob über große globale Plattformen oder kleinere Online-Apotheken - mehr Menschen als je zuvor greifen über digitale Kanäle auf unsere Produkte zu. Wir haben unsere E-Commerce-Präsenz in den vergangenen Jahren deutlich gestärkt. 2021 hat der Kanal bereits 10 Prozent unseres Umsatzes ausgemacht.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Ausweitung des weltweiten Zugangs zu unseren Produkten dort, wo diese am dringendsten benötigt werden. Unser Ziel ist es, Menschen in unterversorgten Gebieten weltweit den Zugang zu Gesundheitsprodukten des Grundbedarfs zu ermöglichen. Im Rahmen dieses Ziels haben wir die Nutrient-Gap- Initiative ins Leben gerufen. In nur einem Jahr hat die Nutrient-Gap-Initiative bereits 20 Millionen Menschen auf der ganzen Welt mit Gesundheitsprodukten des täglichen Bedarfs, Aufklärung und Ertüchtigung erreicht. Ein wesentlicher Bestandteil ist unsere Partnerschaft mit der Nichtregierungsorganisation Vitamin Angels. Unsere Arbeit mit ihnen zielt darauf ab, schwangere Frauen und ihre Babys mit Aufklärung und Zugang zu Multi-Mikronährstoffen zu erreichen, die die WHO kürzlich in ihre Liste der unentbehrlichen Arzneimittel aufgenommen hat. Wir hoffen, dass dies bald zum weltweiten Standard der Versorgung wird.

Neben der Ausweitung des Zugangs investieren wir auch 100 Millionen Euro in eine nachhaltigere Produktion unserer Produkte. Bis 2030 werden alle unsere Produktverpackungen recycelbar oder wiederverwendbar sein, denn wir glauben, dass ein gutes Geschäft, die menschliche Gesundheit und eine gesunde Umwelt Hand in Hand gehen.

Wie spiegeln sich diese Pläne in unsere Geschäftsaussichten für dieses Jahr wider? Für das Jahr 2022 erwarten wir ein anhaltendes Wachstum in unserer gesamten Branche. Wir planen, mit einem Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent erneut stärker zu wachsen als die Branche. Wir wollen die Investitionen in Innovation erhöhen, vor allem mit der Astepro™-Markteinführung in den USA. Wir erwarten daher eine EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen zwischen 22 und 23 Prozent, was die erhöhten Investitionen in Innovationen in diesem Jahr widerspiegelt.

Damit übergebe ich das Wort an Dich, Sarena.


Sarena Lin, Mitglied des Vorstands der Bayer AG, Chief Transformation and Talent Officer:

Lassen Sie mich zunächst unterstreichen, was Werner Baumann über unsere Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine gesagt hat. Sie können auf uns zählen, dass wir alles tun werden, was wir können, um sie zu unterstützen.

Nun zu unseren Erfolgen im Jahr 2021, über die meine Kollegen gesprochen haben – von unserer Geschäftsentwicklung bis hin zu den großen Fortschritten bei Innovation und Nachhaltigkeit: Sie waren nur dank unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich.

Bayer hat weltweit rund 100.000 Beschäftigte, die sich mit großer Leidenschaft für unsere Kunden, unsere Vision und unsere Ziele einsetzen. Sie haben dieses Engagement, diesen Antrieb und die hohe Einsatzbereitschaft beibehalten, obwohl sie über zwei Jahre lang mit einer weltweiten Pandemie zu kämpfen hatten. Wir sind sehr stolz und haben großen Respekt vor dem, was unsere Teams erreicht haben, und wir sind ihnen sehr dankbar für ihre Anstrengungen.

Gleichzeitig hat die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter für uns immer oberste Priorität gehabt. Wo immer möglich, haben wir die Arbeit von zu Hause unterstützt. Und dort, wo physische Anwesenheit erforderlich ist, wie z. B. in unseren Produktions- und Forschungseinrichtungen, haben wir zusätzliche Schutzausrüstung, strenge Hygiene- und Sicherheitsvorschriften sowie Backup-Pläne für die kritische Infrastruktur bereitgestellt. Wir haben bei Tests geholfen und aktiv Impfungen angeboten, wo immer wir konnten. Erfreulicherweise haben unsere Maßnahmen Wirkung gezeigt: In jedem einzelnen Land, für das Daten vorliegen, ist die Impfquote der Bayer-Mitarbeiter höher als die nationalen Werte - zum Teil deutlich höher.

Unsere freiwillige Impfkampagne war ein sehr wichtiges Element unserer Pandemieabwehr, aber sie ist nur eine der Maßnahmen, die wir seit Beginn der Pandemie ergriffen haben. Allein in Deutschland, wo wir rund 23.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen, haben wir an allen größeren Unternehmensstandorten Impfstellen eingerichtet. Über 27.000 Impfungen wurden verabreicht, und die durchschnittliche Impfquote an unseren Standorten liegt bei über 90 Prozent. Wir haben Hunderttausende Masken und über eine halbe Million Selbsttests direkt an die Beschäftigten zu Hause und an unseren Standorten verteilt.

Wir sind wirklich stolz darauf, wie unsere Kolleginnen und Kollegen über sich hinausgewachsen sind, um die Pandemie zu bekämpfen. Auf dem Höhepunkt der Pandemie in Indien im Mai vergangenen Jahres zum Beispiel haben unsere Kollegen an unserem Produktionsstandort Vapi die Stickstoffanlage kurzerhand umfunktioniert, um das örtliche Krankenhaus mit dringend benötigtem Sauerstoff zu versorgen. Dies ist nur eines von zahllosen Beispielen, die zeigen, dass unsere Mitarbeiter unsere Vision von „Health for all, hunger for none“ mit Leben füllen.

Tragischerweise haben wir auch Kolleginnen und Kollegen durch die COVID-19-Pandemie verloren. Wir sind natürlich zutiefst betrübt über diese Verluste und haben dafür gesorgt, dass wir den Angehörigen angemessene Unterstützung zukommen lassen.

Es ist bemerkenswert, dass wir in diesem schwierigen Umfeld nicht nur weiterarbeiten konnten, sondern uns auch weiterentwickelt haben. Dies gilt umso mehr, als sich die Welt um uns herum in einem noch nie dagewesenen Tempo verändert. Werner hat es bereits erwähnt: Die Bio-Revolution verändert die Paradigmen unserer Branchen und eröffnet uns enorme Chancen.

Aber um diese Chancen voll auszuschöpfen, müssen wir uns stetig weiterentwickeln. Nicht nur durch unermüdliche geschäftliche Innovation, sondern auch durch einen kulturellen Wandel, der die Art und Weise unserer Zusammenarbeit neu definieren, Prozesse vereinfachen, Entscheidungen beschleunigen und unsere Teams noch vielfältiger und integrativer machen wird. Wir stellen hohe Erwartungen an unsere Führungskräfte – sie sollen ihre Teams einbinden und weiterentwickeln, das Unternehmenswachstum und ihr Umfeld mitgestalten und weiterhin Leistung und Ergebnisse liefern.

Ich freue mich auch, berichten zu können, dass wir große Fortschritte beim Erreichen unserer globalen Ziele für Inklusion und Vielfalt machen, einschließlich dem Ziel der Geschlechterparität auf allen Führungsebenen bis 2030. Wir haben nicht nur fähige weibliche Führungskräfte in Schlüsselpositionen befördert, sondern auch unsere Fähigkeiten weiter gestärkt durch Trainings zur Wahrnehmung von unbewussten Vorurteilen. Zudem haben wir mit einem Bericht zur Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern die Transparenz erhöht.

Die Pandemie hat das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern sowie die Einstellung der Beschäftigten zu Beruf und Familie deutlich geprägt. Während wir uns darauf vorbereiten, unsere Mitarbeiter wieder ins Büro zu bringen, gibt es für uns keinen besseren Zeitpunkt, um zu prüfen, wie die Zukunft der Arbeit aussehen könnte, die immer digitaler und flexibler wird. Gleichzeitig haben wir als ein wissenschaftsbasiertes Unternehmen wie Bayer die perfekte Gelegenheit, unsere Ziele und Werte weiter zu stärken und eine agile, leistungsorientierte Arbeitskultur zu fördern.

Und damit übergebe ich das Wort wieder an dich, Werner.


Werner Baumann:

Meine Damen und Herren,
wie Sie sehen, ist in unserem Unternehmen viel in Bewegung – und zwar in eine sehr gute Richtung. Es gibt viele Themen, an denen unser Team Bayer jeden Tag mit Hochdruck und Leidenschaft arbeitet. Und wir schauen mit Optimismus auf das Jahr 2022 und darüber hinaus.

Natürlich ist der aktuelle Blick auf die Welt um uns herum aber auch mit vielen Fragezeichen verbunden. Das betrifft insbesondere in diesen Tagen die Invasion in der Ukraine. Aber auch die weitere Entwicklung der Pandemie, der Inflationsdruck in vielen Ländern oder die angespannten Lieferketten führen zu Unsicherheiten, mit denen alle Unternehmen aktuell umgehen müssen.

Mit dem engeren Blick auf unsere Branchen haben Sie die Einschätzungen meiner Kollegen gehört. Wir gehen davon aus, dass das Marktwachstum in unseren Geschäften auch 2022 anhält und sich die positive Entwicklung des vergangenen Jahres fortsetzt.

Für Bayer insgesamt führt das konkret zu dem folgenden Ausblick, den wir zur besseren Vergleichbarkeit der operativen Entwicklung währungsbereinigt darstellen. Wir rechnen im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz von etwa 46 Milliarden Euro. Dies entspricht einer währungs- und portfoliobereinigten Steigerung um 5 Prozent.

Die bereinigte EBITDA-Marge erwarten wir bei etwa 26 Prozent. Auf Basis der genannten Umsätze entspricht das einem EBITDA von etwa 12 Milliarden Euro. Für das Ergebnis je Aktie planen wir einen Anstieg auf etwa 7,00 Euro.

Wir werden in diesem Jahr wahrscheinlich auch sehen, wie sich der Oberste Gerichtshof in den USA im Fall Hardeman entscheidet, jedenfalls was die Annahme oder Nichtannahme des Falls angeht. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass wir für jede Entscheidung vorbereitet sind.

Wir möchten auch 2022 unserem Anspruch gerecht werden, das Leben von Menschen zu verbessern und Innovationen zu entwickeln. Der Bedarf ist größer als je zuvor: Wohl am Ende dieses Jahres werden wir die Schwelle zu acht Milliarden Menschen auf der Erde überschreiten. Der sich verschärfende Klimawandel und geopolitische Spannungen erschweren die grundlegende Versorgung mit Gesundheit und Ernährung.

Wir wissen um unsere große Verantwortung mit führenden Geschäften in systemrelevanten Bereichen – und wir werden alles tun, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. Dabei ist gerade in diesen Tagen wieder klar, dass wir den Erfolg von Bayer an mehr als den guten Geschäftszahlen messen.

Wir haben in der Bekämpfung der Pandemie mit dazu beigetragen, eine gesundheitliche Notlage zu überwinden. Jetzt müssen wir davon ausgehen, dass sich durch die Lage in der Ukraine als dem weltweit viertgrößten Lieferanten von Weizen und Mais die ohnehin schon angespannte Situation bei der globalen Nahrungsversorgung weiter verschärft.

Wir bei Bayer werden als führendes Agrarunternehmen alles in unserer Kraft Stehende für die Versorgungssicherheit tun. Auch jetzt wird auf Bayer Verlass sein – wir folgen unserer Vision „Health for all, Hunger for none“.

Vielen Dank! Und jetzt freuen wir uns auf Ihre Fragen!

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presse-Information kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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Christian Hartel

Leiter Corporate Media Relations
Telefon: +49 214 30-47686