Freitag - 29. April 2022

Aus den Ausführungen von Werner Baumann

Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG

(Es gilt das gesprochene Wort)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Aktionärinnen und Aktionäre!

Auch ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserer Hauptversammlung.

Nicht weit von unserem Hauptsitz hier in Leverkusen gibt es einen Ort, den wir seit vielen Jahren für Konferenzen nutzen. Ich selbst bin unzählige Male dort gewesen. Heute, während wir hier sprechen, ist dieser Ort für etwa 30 Ukrainerinnen und Ukrainer zu einem neuen Zuhause geworden. Mütter mit ihren Kindern und auch ältere Menschen erholen sich dort von der Flucht aus ihrem Heimatland. Sie bekommen Hilfe. Sie können neue Kraft schöpfen und vielleicht auch ein wenig Hoffnung.

Eine von ihnen ist Natalia. Sie ist mit ihrem sechsjährigen Sohn und ihrer elfmonatigen Tochter aus der Nähe von Kiew geflohen. Ihr Mann ist ein ukrainischer Kollege von uns. Er ist weiterhin vor Ort und wartet auf seine Einberufung, aber wenigstens Natalia und die Kinder sind jetzt in Sicherheit. Hier sieht man Natalia im Flugzeug bei der Flucht mit ihrem Baby.

Dieses Schicksal berührt mich persönlich sehr – wie auch viele andere in diesen Tagen. Ich bin den zahlreichen Kolleginnen und Kollegen bei Bayer sehr dankbar dafür, dass sie mit großer Hingabe – wieder einmal – alles dafür tun, um in einer Notsituation zu helfen und zu unterstützen.

Die Bilder der geflüchteten Familien stehen auch für eine neue Realität, in der wir uns heute befinden. Wir bei Bayer stehen an der Seite der Menschen in der Ukraine. Sie kämpfen für die Werte der Freiheit, der Demokratie und der Menschenwürde, die von der russischen Führung so massiv angegriffen werden. Diese Werte sind auch meine und unsere Werte!

Deshalb unterstützen wir Hilfsorganisationen mit Geld und Sachspenden. Allein unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mehr als eine Million Euro gespendet – das ist die höchste Spende einer Belegschaft an das Deutsche Rote Kreuz in den vergangenen Jahren. Wir helfen Geflüchteten in Polen und anderen Ländern. Und wir unterstützen die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten in der Ukraine.

In dieser Situation wird einmal mehr deutlich, wie systemrelevant unsere Produkte und unsere Expertise sind. Auf Bitten der ukrainischen Regierung haben wir sowohl Medikamente als auch Saatgut gespendet. Wir haben Antibiotika für 27.000 Patienten ins Land geliefert. Und wir stellen mehr als 1000 ukrainischen Kleinbauern jetzt in diesen Tagen 41.000 Säcke mit Maissaatgut kostenlos zur Verfügung, was hoffentlich zu rund 180.000 Tonnen Maisernte führen wird.

Von einer funktionierenden Landwirtschaft in der Ukraine hängt sehr viel ab. Denn der Krieg in der Kornkammer Europas verschärft die ohnehin angespannte Situation bei der weltweiten Nahrungsversorgung. Mehr als ein Drittel der globalen Weizenproduktion stammt normalerweise aus der Ukraine oder Russland. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen bezieht normalerweise aus der Ukraine etwa die Hälfte der Nahrung, die es an die Ärmsten der Armen verteilt.

Schon jetzt ist klar, dass dieser Krieg auch außerhalb der Kampfgebiete unzählige Opfer fordern wird. Die Nahrungssicherheit in vielen Ländern ist massiv bedroht, gerade in der arabischen Welt und in weiten Teilen Afrikas. In vielen Ländern werden die Lebensmittel deutlich teurer. Das sehen wir heute schon. Noch schlimmer ist die Situation aber in den Ländern, in denen sich Menschen buchstäblich das täglich Brot nicht mehr leisten können, wenn sich die Preise verdoppeln! Schon heute geben dort viele Menschen den größten Teil ihres Einkommens aus, nur um zu überleben.

David Beasley, der Chef des Welternährungsprogramms, nennt die Auswirkungen des Krieges auf die weltweite Nahrungsversorgung eine „Katastrophe“. Er erwartet „globale Auswirkungen, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt haben“. 280 Millionen Menschen waren schon vor dem Krieg von akutem Hunger bedroht. Diese Zahl droht nun dramatisch zu steigen.

Als ein weltweit führendes Agrarunternehmen tragen wir hier eine besondere Verantwortung, der wir gerecht werden wollen. Unsere Arbeit für Landwirte auf der ganzen Welt wird nun noch wichtiger. Der Anbau und Schutz von Nutzpflanzen wird in dieser Zeit zu einer gesellschaftlichen Kernaufgabe – und die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität zu einem übergeordneten Ziel.

Dabei spielen wir erstens eine wichtige Rolle bei der kurzfristigen Nahrungsversorgung in den betroffenen Regionen. Rund die Hälfte der Getreideernte Kenias wird mit Bayer-Produkten gesichert, um nur ein Beispiel zu nennen. Zweitens legen wir unser Augenmerk darauf, die globalen Lieferketten im Agrarsektor aufrechtzuerhalten. Und drittens unterstützen wir die so wichtige Rolle von Kleinbauern für die Welternährung. In vielen Entwicklungsländern sorgen sie für etwa 80 Prozent der verfügbaren Lebensmittel. Wir konzentrieren uns seit 2019 als Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie explizit auf diese Kundengruppe und erreichen inzwischen 50 Millionen Kleinbauern weltweit.

Langfristig brauchen wir mehr Innovationen in der Landwirtschaft, um den erheblichen Bedarf an Produktivität und Nachhaltigkeit zusammenzubringen. Denn es ist eben gerade kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch! Pflanzen wie unser Kurzhalmmais können dem Klimawandel besser standhalten. Sie werden dazu beitragen, auch unter widrigeren Bedingungen die Nahrungsversorgung von Millionen Menschen zu sichern.

Das gilt auch für das Thema Dünger. Die Landwirtschaft von heute braucht Stickstoffdünger, aber die Zukunft sieht anders aus. Das ist ein ökologisches Gebot, denn Kunstdünger ist für etwa 4 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Und es ist nun auch ein geopolitisches Gebot, denn die weltweite Produktion von Kunstdünger ist stark von Russland abhängig. Wir brauchen biologische Alternativen für Kunstdünger! Bayer hat bereits in mehrere, vielversprechende Ansätze investiert, bei denen natürliche Mikroben den Pflanzen Stickstoff liefern. Wir werden die Erforschung und Entwicklung dieser biologischen Verfahren jetzt noch stärker vorantreiben. Unter anderem dafür haben wir vergangene Woche eine neue strategische Partnerschaft mit Ginkgo Bioworks angekündigt – einem der Vorreiter in der globalen Biotech-Szene.

Was für den Dünger gilt, gilt auch für die gesamte Energieproduktion. Wir müssen unabhängig werden von fossilen Energieträgern. Bayer geht diesen Weg seit langem. Seit 2004 haben wir uns schrittweise und konsequent von unseren energieintensiven Chemie-Geschäften getrennt und führende Geschäfte in den Kernbereichen Gesundheit und Ernährung aufgebaut. Unser Unternehmen befindet sich auf einem klaren Kurs, um bis 2030 CO2-neutral zu werden. Im vergangenen Jahr haben wir Verträge über rund 600.000 Megawattstunden Strom aus Erneuerbaren Energien abgeschlossen und beziehen damit 25 Prozent unserer Energie aus erneuerbaren Quellen.

Wir sehen uns in der strategischen Ausrichtung unseres Unternehmens bestätigt. Auch mit Blick auf unsere gesellschaftliche Relevanz: In der akuten gesundheitlichen Notlage der vergangenen Jahre haben wir dazu beigetragen, die Pandemie zu bekämpfen. Und auch jetzt wird auf Bayer Verlass sein, um die globale Nahrungsversorgung zu unterstützen.

Wir folgen unserer Vision „Health for all, Hunger for none“. Und wir sind auch unter diesen schwierigen Umständen in der Lage, unser Geschäft erfolgreich zu führen.

Natürlich haben auch wir auf den Krieg der russischen Führung reagiert: Wir haben alle Ausgaben in Russland eingestellt, die nicht unmittelbar mit unseren unverzichtbaren Produkten zusammenhängen. Wir haben Werbung gestoppt. Wir haben Investitionen gestoppt. Gleichzeitig empfinden wir eine ethische Verpflichtung für die Zivilbevölkerung. Dieser sinnlose Krieg hat bereits sehr viele Menschenleben gekostet. Einer Krebspatientin in St. Petersburg nun lebenswichtige Medikamente vorzuenthalten, hieße in letzter Konsequenz nichts anderes, als den Tod weiterer Zivilisten in Kauf zu nehmen. Damit wäre niemandem geholfen.

Meine Damen und Herren,
das ist unsere Position in dieser schwierigen Zeit. Wir sind gerade jetzt gefragt, weil unsere Produkte die Grundbedürfnisse Gesundheit und Ernährung für Millionen von Menschen überall auf der Welt abdecken. Und wir sind da, wenn es darauf ankommt!

Das war auch im vergangenen Jahr so, und um diesen Zeitraum geht es ja genau genommen bei der heutigen Hauptversammlung. Deshalb will ich nun einen kurzen Blick zurückwerfen, bevor wir dann gemeinsam nach vorne schauen. Ich möchte auf einige Meilensteine eingehen, die wir in Ihrem und unserem Unternehmen seit der vergangenen Hauptversammlung erreicht haben. Dabei will ich einen Blick auf die Zahlen werfen genauso wie auf die Menschen dahinter.

Deshalb möchte ich zunächst ein großes Dankeschön an unsere Kolleginnen und Kollegen auf der ganzen Welt aussprechen. Sie haben all das erarbeitet und ermöglicht, über das ich jetzt berichten werde. Immer mit der großen Leidenschaft und Motivation, die uns im Team Bayer ausmachen. Oft unter schwierigen beruflichen und privaten Umständen in Zeiten der Pandemie. Dafür möchte ich mich im Namen des gesamten Vorstands – und sicherlich auch in Ihrem Namen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre – herzlich bedanken!

2021 war ein richtig gutes Jahr für Bayer! Wir sind deutlich gewachsen. Wir haben neue Produkte erfolgreich auf den Markt gebracht. Wir haben unsere Innovationspipeline gestärkt. Wir haben Fortschritte bei der Nachhaltigkeit erzielt. Unsere Überschrift für das vergangene Geschäftsjahr lautet deshalb: Bayer ist auf dem richtigen Weg!

Der Umsatz unseres Unternehmens ist im vergangenen Jahr um rund neun Prozent gestiegen – unsere Treibhausgas-Emissionen sind um mehr als elf Prozent gesunken. Das bedeutet: Wir haben Wachstum und CO2-Ausstoß voneinander entkoppelt. Wir verbinden auch hier Produktivität und Nachhaltigkeit. Das ist ein wegweisender Schritt!

Wir haben unseren Ausblick für 2021 im Laufe des Jahres zweimal nach oben angepasst. Am Ende haben wir die angehobene Prognose nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen. Das gilt insbesondere für den Umsatz von mehr als 44 Milliarden Euro. Aber auch für das bereinigte EBITDA von mehr als 11 Milliarden Euro und das bereinigte Ergebnis pro Aktie von 6,51 Euro.

Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat schlagen wir deshalb der heutigen Hauptversammlung eine Dividende von 2,00 Euro vor. Damit bleiben wir bei unserer Dividendenpolitik, 30 bis 40 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie auszuschütten. Wie im vergangenen Jahr bewegen wir uns dabei am unteren Ende des Korridors. Denn neben der Beteiligung unserer Aktionäre am Unternehmenserfolg wollen wir weiterhin konsequent in Wachstum investieren und unsere Verschuldung reduzieren.

2021 sind alle drei Divisionen dynamisch gewachsen – in allen drei Fällen stärker als der jeweilige Markt. Das ist eine großartige Leistung unseres Teams. Ich möchte darauf nun etwas genauer eingehen.

Im Agrargeschäft haben wir 2021 ein zweistelliges Umsatzwachstum erzielt. Beim Saatgut für Mais und Soja sind wir vor allem in Lateinamerika und Nordamerika deutlich gewachsen. Auch unser Geschäft mit Herbiziden hat deutlich zugelegt. Wir profitierten hier von den positiven Entwicklungen auf den Agrarmärkten. In diesem Umfeld konnten wir gestiegene Kosten und auch negative Währungseffekte in Höhe von 387 Millionen Euro mehr als ausgleichen. Insgesamt stieg das EBITDA vor Sondereinflüssen um mehr als drei Prozent auf 4,7 Milliarden Euro.

Hinter den Zahlen steht die unermüdliche Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen, um Landwirte auf der ganzen Welt zu unterstützen. Dafür setzen wir auch auf die Kooperation mit starken Partnern wie etwa Microsoft. Und wir investieren konsequent in Forschung und Entwicklung – rund doppelt so viel wie unsere wichtigsten Wettbewerber!

2021 hat das etwa dazu geführt, dass zum ersten Mal ein relevantes Produkt auf RNAi-Basis auf den Agrarmarkt gebracht wurde. Diese Technologie wurde 2006 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Wir haben sie angewandt, um den so genannten „Milliarden-Dollar-Käfer“ zu bekämpfen. So nennen Experten den Maiswurzelbohrer, der jedes Jahr allein in den USA Ernteausfälle und Kosten von geschätzt einer Milliarde Dollar verursacht. Dank unserer neuen Produkte haben Maisanbauer nun wichtige Instrumente zur Bekämpfung dieses Schädlings an der Hand. Gleichzeitig bietet die RNAi-Technologie große Chancen für eine nachhaltige Landwirtschaft, zum Beispiel mit klimaresistenten Pflanzen.

Auf ein anderes Thema von überragender Bedeutung zielt unsere Carbon-Initiative. Gerade erst hat der Weltklimarat erneut dargelegt, was die Landwirtschaft zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen kann. Einer der Hauptfaktoren sind nachhaltige Praktiken auf dem Feld, um CO2 im Boden zu binden. Genau das machen wir, indem wir Landwirte gezielt dabei fördern, nachhaltig zu arbeiten. Mehr als 2600 Landwirte in zehn Ländern nehmen an unserem Programm teil. Bisher haben sie in anderthalb Jahren mehr als 500.000 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre in ihren Böden gespeichert. Damit haben wir auf diesen landwirtschaftlichen Feldern die gleiche Entlastung für das Klima erreicht wie etwa 30 Millionen Bäume im gleichen Zeitraum. Wir werden diese führende Carbon-Initiative in den nächsten Jahren deutlich ausbauen.

Ermutigende Entwicklungen sehen wir auch bei den Rechtsstreitigkeiten zu Glyphosat in den USA. Der Oberste Gerichtshof hat Interesse am Fall Hardeman gezeigt, indem er über den Generalstaatsanwalt eine Stellungnahme der amerikanischen Regierung erbeten hat. Zudem haben wir zuletzt zwei Jury-Prozesse um Schadenersatz in Kalifornien gewonnen. Wir setzen hier unseren Fünf-Punkte-Plan weiter um. Für jeden Ausgang des Berufungsverfahrens sind wir gut vorbereitet.

Bei den US-Rechtsstreitigkeiten zu PCB in Gewässern hat das zuständige Gericht vor kurzem die vorläufige Genehmigung des im Juni 2020 angekündigten Vergleichs mit kommunalen Einrichtungen erteilt. Zudem haben wir auch mit den Generalstaatsan- wälten einiger US-Bundesstaaten inzwischen Einigungen erzielt. Damit haben wir diese Rechtsstreitigkeiten beigelegt, allerdings sind im PCB-Rechtskomplex in den kommenden Wochen auch Gerichtsprozesse terminiert, unter anderem mit dem US-Bundesstaat Oregon.

Kommen wir zu unserem Pharmageschäft. Wir haben 2021 gesehen, dass viele Corona-Einschränkungen für Patientinnen und Patienten weggefallen sind. Das betraf etwa die Augenheilkunde, die Radiologie oder die Frauengesundheit. Insgesamt stieg unser Umsatz deutlich um 7,4 Prozent. Unser Blockbuster-Medikament Eylea™ legte sehr stark zu, mit einem Plus von fast 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hier konnten wir neue Marktanteile hinzugewinnen. Auch unser umsatzstärkstes Medikament Xarelto™ wuchs mit 6 Prozent deutlich.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Pharma erreichte 5,8 Milliarden Euro und lag damit 2021 unter dem Vorjahr. Grund für das etwas geringere Ergebnis sind vor allem die Kosten für die Markteinführungen neuer Produkte und die signifikanten Investitionen in unsere Pharmaforschung.

Wir haben 2021 neue Pharmaprodukte auf den Markt gebracht, für die wir ein jährliches Spitzenumsatzpotenzial von insgesamt mehr als 5 Milliarden Euro sehen. Dazu zählt Kerendia™, das erste Medikament seiner Art für Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes. Es hat im Herbst 2021 die Zulassung in den USA erhalten und im Februar dieses Jahres die Zulassung in Europa. Auch unser neues Krebsmedikament Nubeqa™ hat sich 2021 hervorragend entwickelt. Dank der positiven Ergebnisse aus der ARASENS-Studie Anfang dieses Jahres haben wir das Spitzenumsatzpotenzial von Nubeqa™ nun auf mehr als 3 Milliarden Euro angehoben.

Gleichzeitig treiben wir die Transformation unseres Innovationsmodells bei Pharma konsequent voran. Wir haben inzwischen mehr als zwei Dutzend externe Allianzen und Akquisitionen abgeschlossen. Wir haben eine Plattform für Zell- und Gentherapie geschaffen, die in der Branche führend ist. Wir forschen an völlig neuartigen Therapien gegen mehrere Krankheiten. Aktuell laufen in den USA und Kanada zwei unterschiedliche klinische Phase-I-Studien mit Patientinnen und Patienten, die an Parkinson leiden. Eine vollkommen neue Zelltherapie und eine vollkommen neue Gentherapie!

2021 haben wir weitere wichtige Bausteine zur Transformation unseres Pharmageschäfts hinzugefügt. Dazu zählt die Übernahme von Vividion Therapeutics. In der chemischen Wirkstoffforschung können wir damit bisher unbekannte Verbindungen in schwer adressierbaren Zielproteinen identifizieren. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die zu Beginn dieses Jahres abgeschlossene strategische Partnerschaft mit Mammoth Biosciences.
Dadurch sichern wir uns den Zugang zu neuartigen Technologien der Gen-Editierung.

Darüber hinaus können wir gute aktuelle Nachrichten aus unserer klinischen Entwicklung berichten. Eine Phase-IIb-Studie zu Asundexian hat positive Ergebnisse geliefert. Dabei geht es um einen möglichen neuen Blutgerinnungshemmer. Abhängig von der Auswertung der Daten könnte die zulassungsrelevante Phase-III-Studie von Asundexian noch in diesem Jahr starten. Alles das zeigt: Unser Pharmageschäft ist gut aufgestellt für die Zukunft!

Auch bei Consumer Health haben wir 2021 viel Fortschritt gesehen und insbesondere eine exzellente Geschäftsentwicklung. Der Umsatz stieg um 6,5 Prozent, mit breitem Wachstum über alle Regionen hinweg. Die Marge stieg das dritte Jahr in Folge. Damit hält das Momentum von Consumer Health weiter an. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag 2021 bei 1,2 Milliarden Euro. Das ist ein deutlicher Anstieg um 6,8 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr. Hier konnten wir die inflationsbedingt höheren Kosten und negative Währungseffekte mehr als ausgleichen.

Der Erfolg unserer Kolleginnen und Kollegen bei Consumer Health hat mit unseren weltweiten bekannten Marken zu tun – und ihren innovativen Weiterentwicklungen wie dem Launch von Bepanthen Derma™ im vergangenen Jahr. Aber der Erfolg basiert auch auf der hohen Relevanz unserer Produkte für die Gesundheitsvorsorge der Menschen.

Studien zeigen, dass sich rund 70 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher in Folge der Pandemie stärker auf ihre tägliche Gesundheit konzentrieren. Dieser Trend spiegelt sich in der Entwicklung unseres Geschäfts mit Nahrungsergänzung wider. Dazu gehören Marken wie One-A-Day™ und Redoxon™. Die Kategorie wuchs 2021 um bemerkenswerte 12 Prozent, zusätzlich zu einem bereits starken zweistelligen Wachstum im Jahr 2020.

Ein weiterer Treiber, um unsere Kunden besser zu versorgen, sind digitale Technologien. Immer mehr Menschen setzen auf digitale Lösungen, um ihre eigene Gesundheit zu verstehen und zu verbessern. Allein in Deutschland nutzen mindestens zwei Drittel der Menschen ihr Handy als erste Informationsquelle für die eigene Gesundheit.

Deshalb investieren wir in digitale Lösungen. Durch unsere Partnerschaften mit dem Berliner Unternehmen Ada Health oder mit dem US-Unternehmen Care/of bieten wir Menschen personalisierte Informationen und Empfehlungen für ihre eigene Gesundheit.

Das geschieht mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und auf Basis von medizinischer Expertise. Die Pandemie hat uns allen gezeigt, wie wichtig Gesundheit ist. Mit diesen neuen Möglichkeiten helfen wir Menschen dabei, ihre Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen.

Nun, was heißt das alles für Bayer insgesamt? Was heißt es vor allem für Sie als unsere Eigentümerinnen und Eigentümer? Wir haben im Geschäftsjahr 2021 viel erreicht. Wie Sie gesehen haben, gibt es viele gute Nachrichten zu unserer operativen Entwicklung, unserer Innovationskraft, unserer Nachhaltigkeit. Aber klar ist auch: Mit dem Kursverlauf unserer Aktie im Jahr 2021 konnten wir nicht zufrieden sein.

In den vergangenen Monaten sieht das allerdings anders aus. Seit Jahresbeginn hat unsere Aktie um mehr als 30 Prozent zugelegt! Das ist mit großem Abstand die beste Kursentwicklung aller Werte in Dax und EuroStoxx 50 in diesem Zeitraum! Diese Entwicklung wollen wir fortsetzen. Wir werden weiter hart daran arbeiten, mit guten Ergebnissen und dem zuverlässigen Erreichen unserer Ziele die weitere Erholung unserer Aktie zu unterstützen.

Bayer ist auf dem richtigen Weg. Das ist nicht nur unsere Meinung.
Große Analystenhäuser haben das Kursziel unserer Aktie angehoben. Die überwiegende Mehrheit unserer Analysten empfiehlt den Kauf der Aktie.

Im März hat die Investoreninitiative „CA 100+“ eine umfassende Studie dazu veröffentlicht, wie die größten 166 Unternehmen weltweit ihre CO2-Emissionen reduzieren. In sieben von zehn Kategorien erhielt Bayer die höchste Bewertung – das ist mehr als jedes andere der untersuchten Unternehmen.

Meine Damen und Herren,
wir schauen optimistisch in die Zukunft. Und wir investieren in die Zukunft. 2021 haben wir 5,4 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben – so viel wie noch nie zuvor!

Dazu kommt die bemerkenswerte Erfolgsgeschichte von Leaps by Bayer: Wir haben diese Einheit 2015 gegründet, um ganz bewusst auf Technologien zu setzen, die das Potenzial haben für wirklich grundlegenden Fortschritt im Leben der Menschen. In den vergangenen sieben Jahren hat Leaps mehr als 1,3 Milliarden Euro in rund 50 Biotech-Firmen investiert.

Neben dem wissenschaftlichen Fortschritt haben wir auch erste Firmen erfolgreich in unser Kerngeschäft integriert und so für neue Impulse in der Geschäftsentwicklung von Bayer gesorgt.

Alle Firmen im Leaps-Portfolio arbeiten an den großen Fragen für Gesundheit und Landwirtschaft. Sie werden sich vielleicht fragen: Was heißt das genau?

Nun, da ist zum Beispiel ein Start-up in Cambridge an der amerikanischen Ostküste, das an der automatischen Herstellung von personalisierten Zelltherapien arbeitet. Vielleicht wird es eines Tages möglich sein, dass jede Patientin und jeder Patient eine eigene maßgeschneiderte Therapie erhält.

Da ist ein Start-up im Silicon Valley an der amerikanischen Westküste, das an Mikroben für das Saatgut von Pflanzen arbeitet. Vielleicht wird es so eines Tages möglich sein, bis zu 30 Prozent des weltweiten Kunstdüngers einzusparen. Das würde das Klima in einer Dimension entlasten, wie wenn man alle Autos in Deutschland, Frankreich, Italien, England und Spanien von der Straße nehmen würde.

Oder da ist ein Start-up in Tel Aviv in Israel, das an Proteinen gegen Lebensmittelallergien arbeitet. Vielleicht wird es eines Tages möglich sein, Lebensmittel so herzustellen, dass niemand mehr dagegen allergisch reagieren muss.

In den kommenden drei Jahren wird Leaps by Bayer weitere 1,3 Milliarden Euro in solch visionäre Forschung investieren. Leaps ist damit ein integraler Bestandteil unserer Innovationsstrategie. Grundsätzlich geht es für uns als Life-Science-Unternehmen darum, die riesigen Chancen der Biorevolution zu nutzen, die sich dank modernster Technologien im digitalen Zeitalter eröffnen. Wir machen das, um auch künftig zu wachsen und eine überdurchschnittliche Performance zu erzielen.

Natürlich ist das auch mit Unsicherheiten verbunden, und es braucht einen langen Atem.

Gerade unsere Aufstellung in drei Geschäften erlaubt uns diesen langen Atem – und der Fortschritt ist klar zu sehen: Ende dieses Jahres erwarten wir die Ergebnisse der ersten Phase-I-Studie gegen Parkinson. Im nächsten Jahr planen wir die Einführung von unserem Kurzhalmmais in Nordamerika. Auch erste Feldversuche mit biologischem Dünger werden dann möglich sein. Wir sind fest entschlossen, diese 2020-er Jahre zu gestalten, an der technologischen Schwelle zu einer neuen Zeit!

Auch für die Zukunft bekennen wir uns dabei eindeutig zum Standort Deutschland. Darauf haben wir uns gemeinsam mit dem Betriebsrat als Teil eines neuen Zukunftskonzepts verständigt. Bayer ist in der Welt zu Hause, aber wir wissen auch, woher wir kommen. So werden wir in den kommenden drei Jahren rund eine Milliarde Euro in unsere Pharmaproduktion in Deutschland investieren. Hier in Leverkusen errichten wir für rund 300 Millionen Euro eine neue Anlage zur Arzneimittelproduktion, zum Beispiel von Krebsmedikamenten für den globalen Markt. Die Anlage wird in puncto Digitalisierung und Energieeffizienz völlig neue Maßstäbe setzen. Wir freuen uns sehr, dieses neue Leuchtturm-Projekt der pharmazeutischen Industrie in den nächsten Wochen einzuweihen.

Bei den Gesprächen für das neue Zukunftskonzept hat Heike Hausfeld bereits eine wichtige Rolle gespielt. In dieser Woche übernimmt sie den Vorsitz des Gesamtbetriebsrats von Oliver Zühlke und wird ihm auch in der Stellvertreterrolle im Aufsichtsrat folgen. Liebe Frau Hausfeld, ich wünsche Ihnen viel Erfolg für die neuen Aufgaben und ich freue mich auf die Zusammenarbeit in der neuen Rolle! Das gilt natürlich auch für alle neu gewählten Mitglieder des Aufsichtsrates.

Bei Ihnen, lieber Herr Zühlke, möchte ich mich für die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit herzlich bedanken. Selbstverständlich waren wir nicht immer einer Meinung, aber unsere Gespräche waren immer geprägt von gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Ziel, das Beste für das Unternehmen zu erreichen. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute, Glück und Gesundheit.

Meine Damen und Herren, liebe Aktionärinnen und Aktionäre,
es ist unser erklärtes Ziel, jetzt Kurs zu halten und weiter zu liefern!

Für das Gesamtjahr gehen wir davon aus, dass das gute Wachstum in unseren Geschäften anhält und sich die positive Entwicklung fortsetzt. Wir haben Anfang März unseren Ausblick veröffentlicht, zur besseren Vergleichbarkeit mit währungsbereinigten Angaben. Demnach rechnen wir mit einem Umsatz von etwa 46 Milliarden Euro.

Das würde einer Steigerung von 5 Prozent entsprechen. Die bereinigte EBITDA-Marge erwarten wir bei etwa 26 Prozent. Für das Ergebnis je Aktie planen wir einen Anstieg auf etwa 7 Euro.

Die Zahlen für das erste Quartal werden wir am 10. Mai vorlegen. Ich kann Ihnen daher heute noch keine Details nennen. Es zeichnet sich aber ab, dass wir trotz aller Unsicherheiten in der Welt sehr erfolgreich ins Jahr gestartet sind. Gerade im Agrargeschäft sehen wir ein deutlich positiveres Marktumfeld als in den vergangenen Jahren.

Die wirtschaftlichen Folgen von Krieg und Sanktionen sind im ersten Quartal noch nicht sichtbar. Mit unserer konsequenten Ausrichtung auf die Bereiche Gesundheit und Ernährung sind wir gerade jetzt besonders gefordert, um in der Krise unseren Beitrag zur Versorgung der Menschen zu leisten. Diesem Anspruch wollen wir gerecht werden - und ich bin auch unter diesen Umständen zuversichtlich für ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr.

Trotz allem Leid und allen Folgen, die der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verursacht, gibt es auch Grund für Hoffnung und Optimismus:

Wir sehen, dass die weit überwiegende Mehrheit der Staaten und Gesellschaften weltweit den Krieg scharf verurteilt. Große Teile der Welt stehen geschlossen an der Seite der Ukraine.

Wir sehen auch, dass die Auswirkungen des Krieges auf die Welternährung genauso wie der voranschreitende Klimawandel für ein neues Bewusstsein sorgen. Die ideologischen Diskussionen nehmen ab. Es wächst die Überzeugung, dass wir eine nachhaltige Landwirtschaft brauchen, die gleichzeitig auf der vorhandenen Fläche mehr produziert.

Forschergeist und Innovationen werden den Weg weisen. Das gilt für die Welt der Ernährung genauso wie für die Welt der Gesundheit. Hier haben wir mit den mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 zuletzt alle ganz konkret erlebt, wie exzellente Forschung, gesellschaftlicher Fortschritt und persönliche Freiheit zusammenhängen. Gemeinsam mit der Wissenschaft haben wir alle die Pandemie in die Schranken gewiesen – was für ein ermutigendes Zeichen!

Zu diesen positiven Entwicklungen wollen wir mit Ihrem und unserem Unternehmen auch in Zukunft einen Beitrag leisten. Bayer ist einzigartig aufgestellt, um die wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chancen einer neuen Zeit zu ergreifen.

Unsere 100.000 Kolleginnen und Kollegen arbeiten jeden Tag daran, unserer Vision „Health for all, Hunger for none“ ein kleines Stück näher zu kommen. Und damit möglichst vielen Menschen ein besseres und nachhaltiges Leben zu ermöglichen.

Dafür werden wir uns auch im kommenden Jahr mit voller Kraft einsetzen. Bayer wird Bayer bleiben. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presse-Information kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zu- kunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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